Ein kleiner Rückblick in die Geschichte des Slot-Racing

Seit der bis auf etwa 1908 zurückdatierenden Erfindung des Prinzips, nach dem man Modellautos mit einem eigenen, wie zunächst auch immer gearteten, Antrieb entlang einer mechanisch vorgegebenen Richtung zwangsgelenkt fahren lassen konnte, hat die Entwicklung diesbezüglich immer wieder sowohl Objekte mit Spielzeugcharakter hervorgebracht, als auch andererseits - aus technischer Sicht – anspruchsvolle Modellrennfahrzeuge und zugehörige Rennbahnen. Wie in anderen Modellsportarten war es auch bei dem Automobil zunächst die Spielzeugkopie, die im Modell das große 1:1-Vorbild verkörperte, bevor sich aus der zuerst spielerischen Beschäftigung damit im Laufe der Zeit ein ernsthafter Modellsport mit all den damit verbundenen Spezialisierungen und technischen Evolutionsschüben entwickelte. Die verbreitetsten Dimensionen der Slot-Racing-Fahrzeuge bewegen sich seit jeher bei den Modellmaßstäben 1:64, 1:32 und 1:24. (…)
Das Slot-Racing in der Form, in der wir es heute kennen, d. h. mit den charakteristischen Merkmalen der Führung und Stromabnahme, die weltweit die Modellautorennbahn an sich bis zum heutigen Tag ausmachen, trat in Groß Britannien im Jahre 1957 erstmals signifikant in Erscheinung.
Damals brachte die englische Firma "Mini- Models", die später ihre Produkte unter dem bekannteren Namen "Scalextric" verkaufte, ein Modellrennbahnsystem im Maßstab 1:27 auf den Markt. Dieses System mit einem in der Fahrbahn versenkten Leitschlitz und zwei symmetrisch daneben entlanglaufenden, mit der Fahrbahnoberfläche bündigen, Stromleitern brachte nach allen bis zu diesem Zeitpunkt verwirklichten technischen Ansätzen erstmals ein unvergleichliches Fahrgefühl.
Das Jahr 1957 war mit diesem Ereignis aber nicht die Geburtsstunde des Slot-Racing. Diese liegt viel weiter zurück, und zwar im Jahr 1935. Der Mann, dessen ursprüngliche Idee dahin führte und damit dafür sorgte, daß die Modellauto-Enthusiasten und Modellauto-Sportler in aller Welt Jahrzehnte später damit beglückt wurden, war der geniale und einfallsreiche britische Modellauto-Enthusiast Charles Woodland.
Er muß gerechterweise als der Pionier und Ur-Vater des Slot-Racing angesehen werden. Woodland war mit exzellenten modellbauerischen Fähigkeiten und großem Ideenreichtum ausgestattet. Mit seinem ersten Konzept einer Slot-Racing-Rennbahn von 1935 schuf er gegenüber allen anderem die Voraussetzung für eine erheblich gesteigerte Bewegungsfreiheit des Rennwagens in den Kurven.
Dies wurde dadurch ermöglicht, daß anstatt der auf der Fahrbahn erhaben angebrachten Leit-und Stromabnahmeelemente, wie es in jener Ära zunächst üblich gewesen war, das streckenseitige Führungselement durch einen Schlitz in der Fahrbahn realisiert wurde. Die Möglichkeiten, die sich daraus für das Fahren ergaben, konnten wohl damals zunächst überhaupt noch nicht in der ganzen Fülle erkannt werden.
Charles Woodlands Konzept stand zu jener Zeit immerhin allein als eines unter vielen, die vorzugsweise die sperrige Leitschienen-Variante einsetzten. Die Vorzüge der Slot-Racing-Version gegenüber den anderen Führungs- und Stromabnahmekonzepten konnten wahrscheinlich nicht zuletzt wegen der noch bescheidenen Fahrleistungen der elektrisch getriebenen Fahrzeuge überhaupt nicht genutzt werden. Darüber hinaus hatte das 1935'er Konzept noch einen unpraktikablen Bestandteil, und zwar waren die Stromleiter an den Seitenwänden des Schlitzes untergebracht, so daß die Schleifer im Schlitz laufen mußten. Dies war zweifellos etwas schwierig zu bewerkstelligen, was mit ein Grund gewesen sein konnte, daß dem ersten Impuls zum Slot-Racing hin keine große Beachtung geschenkt worden war. Es lief ins Leere und konnte sich langfristig nicht durchsetzen.
1949 aber präsentierte der erfindungsreiche Charles Woodland sein drittes Slot-Racing-Konzept, und damit war er aus heutiger Sicht auf dem richtigen Weg. Es unterschied sich von dem heutigen Aufbau der Fahrbahn lediglich noch dadurch, daß die Oberflächen zu beiden Seiten des Schlitzes vollständig mit den stromleitenden glatten Kontaktblechen belegt waren. Damit konnte eine Traktion zwischen Reifen und Fahrbahn vom heutigen Ausmaß freilich noch nicht aufgebaut werden. Die damaligen schmalen Vollgummi-Reifen waren dazu natürlich auch nicht angetan.
Dieses Manko war dann acht Jahre später, wie gesagt, mit der von der Firma Mini Models kommerziell verwirklichten Rennbahnversion noch beseitigt. Die Stromleiter waren dabei schmal neben dem Schlitz gehalten, und die Kunststoff-Fahrbahnteile trugen eine Gummibeschichtung. Das Fahrzeug – damals noch mit Blech-Karosserie – konnte sich seitwärts mit den antreibenden Hinterrädern über den Schlitz hinwegdrehen, wodurch mittels Dosierung der Spannung zum Elektromotor ein sportliches Kurvendriften wie bei einem richtigen, großen Rennwagen nachgeahmt werden konnte, was das Fahren nun auch ungleich anspruchsvoller gestaltete.
Darin lag letzten Endes auch der Grund für den Erfolg des Slot-Racing-Konzeptes in der Folgezeit. Der Fahrer hatte damit erheblich mehr Aktionsspielraum für sein Fahrzeug in den Kurven zur Verfügung und bekam dadurch aber auch mehr Bedeutung im ganzen Fahrprozeß. Dadurch, daß er den Rennwagen beim Kurvendriften nun ohne weiteres über das zulässige Limit ziehen konnte, war seine Rolle und Verantwortung für die richtige Regelung zur Verhinderung eines Abfluges aus der Spur und von der Fahrbahn gewachsen.
Aus dem zuvor selbst unter Vollgas jederzeit stabilen (mehr oder weniger langweiligen) Gleichgewichtszustand bei Schienenführung und/oder Seitenwällen ergab sich nun ein Fahrzustand, der einer kontrollierten Gratwanderung zwischen Stabilität und möglichem Umkippen in ein Ungleichgewicht glich. Der Fahrer ist ständig gefordert, in den Kurven den Wagen an der Grenze des Gleichgewichts zu halten.
Bemerkenswert ist bei alledem sicherlich die Tatsache, daß es 22 Jahre brauchte von Charles Woodlands erstem Ansatz 1935 bis zu der ersten kommerziell hergestellten Slot-Racing-Rennbahn, die die bisherigen Wunschvorstellungen der Käufer vollauf erfüllte, wenn nicht gar übertraf. Etwa weitere sechs Jahre dauerte es dann, bis sich anfangs des 1960'er Jahrzehnts das Slot-Racing von Groß Britannien aus dann erfolgreich ausbreitete.
Zu dem Schaffen von Charles Woodland muß gesagt werden, daß seine Initiativen von individueller, privater Natur waren. In Handarbeit baute er seine Slot-Rennwagen und die zugehörigen Fahrbahnen, indem er die meisten Einzelteile nach eigenen Vorstellungen aus Rohmaterialien anfertigte. Es gab zu jener Zeit noch etliche andere Modellrennauto-Individualisten in Groß Britannien, die in Eigeninitiative ihre Rennwagen und Strecken in bewundernswerter, perfekter Handarbeit selbst bauten.
Es steht fest, daß es letztlich die Resultate dieser individuellen Pionieraktivitäten von Modellbau-Spezialisten waren, die das Slot-Racing zum erfolg-reichen Konzept der elektrischen Modellautorennbahn machten. Die Firmen und Hersteller, die das Ganze später in kommerzielle Bahnen lenkten, griffen deren Ideen auf.

Ich danke Dieter Bock für die Bereitstellung des Materials und die Erlaubnis zur Verbreitung. Dieter Bock und sein Team SRA&E trugen in den Jahren 1979 bis 2004 maßgeblich zur Weiterentwicklung des Slot-Racing bei und fuhren viele Erfolge ein.

Zurück

Warenkorb

Ihr Warenkorb ist leer.

Willkommen zurück!

E-Mail-Adresse:
Passwort:
Passwort vergessen?

Newsletter-Anmeldung

E-Mail-Adresse:

Bestseller

01. Prime Schleifer 100S

1,00 EUR
0,50 EUR pro stck.
inkl. 19 % MwSt. zzgl. Versandkosten

02. JK Leitkiel Kohlefaser low Cut Down mit Gewinde.

1,85 EUR
1,85 EUR pro stck.
inkl. 19 % MwSt. zzgl. Versandkosten

03. Leitkiel Red Fox ohne Gewinde Cut Down.

3,80 EUR
3,80 EUR pro stck.
inkl. 19 % MwSt. zzgl. Versandkosten

04. Vorderräder Gummi dünn Cahoza.

1,50 EUR
0,75 EUR pro stck.
inkl. 19 % MwSt. zzgl. Versandkosten

05. Cahoza Zahnrad 37Z 64P für 3/32 Achse gerade verzahnt.

5,90 EUR
5,90 EUR pro stck.
inkl. 19 % MwSt. zzgl. Versandkosten

06. Cahoza Zahnrad 39Z 72P für 3/32 Achse gerade verzahnt.

6,90 EUR
6,90 EUR pro stck.
inkl. 19 % MwSt. zzgl. Versandkosten

07. Parma Vorderachse 1/16 glatt

1,10 EUR
1,10 EUR pro stck.
inkl. 19 % MwSt. zzgl. Versandkosten

08. Cahoza Zahnrad 37Z 64P 16Grad 3/32 Achse schrägverzahnt.

5,90 EUR
5,90 EUR pro stck.
inkl. 19 % MwSt. zzgl. Versandkosten

09. Vorderräder Gummi dickere Ausführung Koford.

2,20 EUR
1,10 EUR pro stck.
inkl. 19 % MwSt. zzgl. Versandkosten

10. Motor 16D Pro Slot versiegelt Artnr. PSL2002.

20,95 EUR
20,95 EUR pro stck.
inkl. 19 % MwSt. zzgl. Versandkosten

Kundengruppe


Kundengruppe: Gast
Artikelrabatt 5.00%

Hersteller